Experimentierphase - Abschluss - Urban Living Lab
Datum: 24. Juni 2025
Ort: 20., Nordwestbahnhof (Hallentrakt)
Art der Veranstaltung: Experimentierphase
Inhalt/Thema: Abschlusspräsentation Experimentierphase
Teilnahme: 100 Teilnehmer*innen vor Ort
Aufbauend auf den vorangegangenen Workshops in denen die Teilnehmer*innen die relevanten Stellschrauben für eine Transformation zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen identifiziert haben, setzten sich die universitären Partner*innen im Rahmen der Experimentierphase ein Semester lang mit diesen Kernthemen auseinander. Nach intensiven Wochen kreativer Bearbeitung von unterschiedlichen, zirkulären Prinzipien präsentierten am 24. Juni 2025 Studierende der TU Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien ihre Projekte. Im Fokus standen konkrete, zirkuläre Ideen für die Stadt der Zukunft. Dabei reichten die Beiträge von neuen architektonischen Lösungen bis hin zu sozialen Interventionen, die das gemeinschaftliche Nutzen urbaner Ressourcen fördern.
Themen der universitären Arbeiten
Der Mensch im Mittelpunkt
Universität für angewandte Kunst Wien - Social Design Studio
Im Zentrum der Projekte stand die soziale Dimension der Kreislaufwirtschaft. Die Studierenden setzten sich mit kollektiver Ressourcennutzung, intergenerationalem Austausch und partizipativen Methoden auseinander. Die Projektgruppen arbeiteten an sehr unterschiedlichen Aspekten: Während eine Gruppe ein modulares Spielmobil für ältere Menschen am Donaukanal entwarf, fokussierte sich die 2. auf das "Rehearsal of Sharing" - ein Modell für geteilte Nutzung verschiedener Objekte in einem Wiener Gemeindebau.
Zentrale Erkenntnis: Paradoxe Interventionen spielen eine zentrale Rolle bei der Animation zum Teilen. Dadurch eröffnen sich neue Blickwinkel auf gewohnte Routinen und den Wert des Teilens im urbanen Alltag.
Umgang mit dem Bestand
Technische Universität Wien - Städtebau und Entwerfen
Die Studierenden widmeten sich der ökologischen, architektonischen und sozialen Transformation eines Gemeindebauquartiers der Nachkriegsmoderne im 3. Wiener Gemeindebezirk. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft entwickelten sie modulare und rückbaubare "Retrofitting"-Strategien, die auf Nutzungsoffenheit, Gemeinschaftsflächen, Sharing-Modelle und Partizipation setzten. Dabei kooperierten sie für ihre Semesterarbeiten mit Wiener Wohnen und weiteren lokalen Akteur*innen.
Zentrale Erkenntnis: Das Sanieren und Weiternutzen des Bestandes ist per se ein zentraler Aspekt der Ressourcenschonung. Werden Sanierungsmaßnahmen nach zirkulären Prinzipien umgesetzt (beispielsweise Nutzung regenerativer oder wiederverwendeter Baustoffe, Rückbaubarkeit durch Trennbarkeit der Materialien, Dauerhaftigkeit et cetera), wird der positive Effekt auf Mensch und Klima nochmals erhöht.
Schließen von Materialkreisläufen
Technische Universität Wien - Hochbau und Entwerfen
Bei diesem Schwerpunkt spielten Re-Use-Materialien eine große Rolle. Das Entwurfsformat "NWB. 16 R" arbeitete dafür mit digitalen Tools und Ökobilanzierungen, um die Wiederverwendungsquote im Neubau zu steigern. Das Entwurfsformat "Wandelbares Haus" fokussierte auf Nutzungsoffenheit zur Sicherstellung einer langen Gebäudelebensdauer. Beide Gruppen nutzten für ihre Entwürfe reale, theoretisch verfügbare Materialien und experimentelle Entwurfsprozesse, um Wiederverwendung als zentrales Entwurfselement zu denken.
Zentrale Erkenntnis: Die Ästethik und die Qualität eines Entwurfs sind durch Wiederverwendung nicht eingeschränkt - vielmehr kann wiederverwendetes Material eine besondere Geschichte erzählen und als gestalterische Stärke angesehen werden.