Praxis-Check 3 - Urban Living Lab


Datum: 11. November 2024
Ort: 20., Nordwestbahnstraße 16
Art der Veranstaltung: Praxis-Check Workshop
Inhalt/Thema: Kreislaufwirtschaft in der Nutzung von Gebäuden und ihrer Umgebung
Teilnahme: 26 Teilnehmer*innen vor Ort


Welche Rolle spielt die Nutzung von Gebäuden und ihrer Umgebung bei der Implementierung einer Kreislaufwirtschaft? Welche Änderungen sind nötig, um in der Nutzung die Prinzipien der Zirkularität zu integrieren? Mit diesen und weiteren Fragen zur Gebäudenutzung in einer kreislaufgerechten Stadt beschäftigte sich der 3. Praxis-Check Workshop.

Zum Einstieg gab Stefanie Roithmayr aus der Baudirektion der Stadt Wien einen Überblick über damit verbundene Handlungsfelder: Von der Planung und Errichtung von Gemeinschaftsräumen und flexibel gestalteten Grundrissen über die Voraussetzungen für Mehrfachnutzung von Räumen bis hin zum Rechtsrahmen, der das Bauwesen und die Finanzierung betrifft.

Weil Aspekte wie Mehrfachnutzungen nur funktionieren, wenn sie von Nutzer*innen akzeptiert sind, gelebt werden und als wertvoll erachtet werden, ging Claudia Schrenk von der Baudirektion der Stadt Wien in einem Impuls auf das "Systems Thinking Modell" ein, demzufolge die wirkungsvollsten Hebel für Kreislaufwirtschaft in der Überwindung von Paradigmen und Denkmustern liegen.

Anschließend tauschten Expert*innen aus Planung, Immobilienverwaltung, Forschung und Verwaltung aktiv  Wissen und Erfahrungen bezüglich Kreislaufwirtschaft in der Gebäudenutzung aus.

Folgende Erkenntnisse brachte der fachliche Austausch der Expert*innen unter anderem hervor:

  • Die Verlängerung beziehungweise Maximierung der Nutzungsdauer von Gebäuden ist ein essenzieller Faktor für Ressourcenschonung im Bauwesen.

  • Die Zirkuläre Nutzung endet nicht an der Außenmauer des Gebäudes, sondern bezieht auch Freiräume und die Umgebung mit ein – bauplatzübergreifende Konzepte und Ideen für Stadtquartiere unterstützen dies.

  • Eine der größten Stellschrauben für die zirkuläre Nutzung ist, Leerstand zu reduzieren oder zu vermeiden. Funktionierende Konzepte gibt es etwa bereits für Erdgeschosszonen. Gezielte Anreize für Eigentümer*innen und Gebäudeverwaltungen können sich positiv darauf auswirken.

  • Es gibt bereits Beispiele, wie Gebäude und ihre Umgebung zirkulär genutzt werden können: In Schulgebäuden gelingt die Mehrfachnutzung oft vorbildhaft. Auch bei Baugruppenprojekten, in denen das Gebäude bereits mit späteren Nutzer*innen entwickelt wird, funktionieren "Sharing Modelle" erfahrungsgemäß gut. Jetzt gilt es, die Erkenntnisse daraus und diese Konzepte auf andere Gebäudenutzungen zu übertragen.

  • Grundrisse sollen für verschiedene Nutzungen veränderbar sein. Hier müssen innovative planerische Lösungen gefunden werden, damit etwa Leitungen auch bei angepassten Grundrissen weiter genutzt werden können oder Brand- und Schallschutz weiterhin bestehen.

  • Neben rechtlichen Fragen bestehen auch organisatorische Herausforderungen: Gemeinschaftlich genutzte Räume müssen von jemandem kuratiert und begleitet werden. Anwohner*innen brauchen frühzeitig Informationen und sollen ehestmöglich eingebunden werden.
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