Wie kann man Kreislaufwirtschaft in der gebauten Umwelt umsetzen?

 

Im Kontext des Bauwesens wird der Begriff der Kreislaufwirtschaft häufig mit einer gut funktionierenden Abfallwirtschaft gleichgesetzt. Tatsächlich ist der Abbruch jedoch die kürzeste Periode im Lebenszyklus eines Bauwerks: Planung, Errichtung, Instandhaltung und Sanierung markieren den größten Anteil der Lebensdauer - kreislauffähiges, ressourcenschonendes Bauen geht somit weit über das Recycling von Baurest-Massen hinaus.

Das Potenzial zur Implementierung zirkulärer Prinzipien ist zu Beginn einer Projektierung, wenn noch alle Parameter offen sind, am größten. So gelten die Planungs- und Ausschreibungsphase sowie eine kreislauforientierte Raumplanung als die großen Hebel für die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Sind gewisse Planungsentscheidungen einmal getroffen, minimiert sich das Kreislaufpotenzial erheblich.

Das bedeutet: Kreislauffähigkeit ist nicht nachrüstbar und muss von Beginn an mitbedacht werden. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist also zentral, Kreislaufwirtschaft als grundlegende Designprämisse entsprechend der Vorgabe aus der Grundanforderung 7 der EU-Bauproduktenverordnungzu verstehen.