Wien ruft 2025 als "Jahr der Kreislaufwirtschaft" aus
Am 20. Februar 2025 präsentierten Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál sowie Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky in einer Pressekonferenz Initiativen, Programme und Projekte, die Wien auf dem Weg zur zirkulären Stadt voranbringen. Dabei wird deutlich: Das Bauwesen spielt eine Schlüsselrolle.
Deshalb verankert auch der Wiener Abfallwirtschafts- und Vermeidungsplan zentrale Maßnahmen für den Bausektor. Zudem wird mit dem "Wiener Weg zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft" aktuell eine umfassende Strategie zur Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft erarbeitet. Es bleibt aber nicht bei Konzepten – die Stadt Wien setzt bereits konkrete Maßnahmen um: Dazu zählen die Weiterentwicklung des Zirkularitätsfaktors zu ZiFa 2.0 sowie die praxisnahe Anwendung kreislauffähiger Planungs- und Bauprinzipien im Stadtentwicklungsgebiet Nordwestbahnhof.
10. Wiener Innovationskonferenz: Wettbewerbsfähigkeit @Risk?
Die 10. Wiener Innovationskonferenz, die vom 28. bis 30. Jänner 2025 stattfand, widmete sich der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und den Potenzialen neuer Technologien. In diesem Kontext wurde vor allem diskutiert, welche Rolle die effizientere Nutzung von Ressourcen dabei spielt. Bernadette Luger tauschte sich gemeinsam mit Expert*innen darüber aus, welchen Beitrag die Kreislaufwirtschaft zur Wettbewerbsfähigkeit leistet und wo entscheidene Hebel für die Umsetzung angesetzt werden müssen.
Weitere Informationen und Aufzeichnungen der Konferenz
Biofabrique Vienna – Design aus Wiener Abfällen
Die Biofabrique Vienna ist ein Pilotprojekt zu Materialinnovationen der Wirtschaftsagentur Wien und Atelier LUMA, einem Programm von LUMA Arles, in Partnerschaft mit dem Insitut für Architektur und Entwerfen der TU Wien. Im Rahmen der Klima Biennale 2024 startete das Projekt seinen Betrieb am Gelände des ehemaligen Nordwestbahnhofs. Aus der ganzen Stadt wurden für das Projekt Materialien angeliefert, die sonst entsorgt werden müssten. Die Biofabrique Vienna hat zu den Materialien geforscht und mit ihnen experimentiert. So entstanden aus den "Wiener Abfällen" neue Wertstoffe in Form von Werkstoffen für Ziegel, Paneele oder Verputze. Nach der Klima Biennale und der Vienna Design Week ist der aus dem Projekt entstandene Showroom in den DOCKS zu sehen.
Neuer Themenschwerpunkt von APA-Science: "Zirkuläres Bauen" - Wie Kreislaufwirtschaft funktionieren kann
Ein Großteil des österreichischen Ressourcenverbrauchs ist dem Bauwesen zuzuschreiben. Darüber hinaus ist der Sektor energieintensiv und weist einen großen CO2-Fußabdruck auf. Daher widmet die APA-Science einen Themenschwerpunkt dem zirkulären Bauen. Innovative Ansätze zur Ressourcenschonung im Bauwesen und ausgewählte aktuelle Projekte findet man ab sofort unter "Zirkuläres Bauen" - Wie Kreislaufwirtschaft funktionieren kann. Bernadette Luger führte mit der Redaktion ein Interview-Gespräch, das die Basis für den APA-Science Beitrag "Circular City: Wie sich der Städtebau im Kreis drehen kann" bildet.
Vienna Planet Fund Förderung
Die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. unterstützt mit dem Vienna Planet Fund Geschäftsideen für eine klimaneutrale und ressourcenschonende Stadt. Die Förderung steht allen Branchen offen und finanziert die Entwicklung von klimafreundlichen und kreislauffähigen Produkten, Technologien oder Dienstleistungen. Konkret gefördert werden unter anderem Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie, der Einsatz von umweltfreundlichen Maschinen oder die Entwicklung von kreislauffähigen Produkten.
Weitere Informationen zum Förderprogramm und zur kostenlosen Beratung
Öffentliche Ausschreibung zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen: Testanwendung Zirkularitätsfaktor (ZiFa) Wien
Die Stadt Wien verfolgt das Ziel, kreislauffähiges Planen und Bauen ab 2030 als Standard bei Neubau und Sanierung zu etablieren. Ein wesentlicher Schritt dazu ist die Anwendung des Zirkularitätsfaktors (ZiFa) Wien, für den eine Version 1.0 bereits vorliegt. In den kommenden 2 Jahren soll der ZiFa 1.0 nun anhand von Testanwendungen in Wien weiterentwickelt und optimiert werden, sodass er anschließend auf verschiedene Anwendungen in Neubau und Sanierung ausgerollt werden kann. Für die dazu erforderlichen Leistungen hat die Abteilung Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für Wohnrechtliche Angelegenheiten (MA 50) ein Verhandlungsverfahren mit vorheriger Bekanntmachung im Unterschwellenbereich ausgeschrieben. Die Ausschreibungsunterlagen stehen ab sofort auf dem Vergabeportal der Stadt Wien zum Download bereit.
Urban Living Lab Zirkuläres Bauen Wien ist gestartet
Im Rahmen des DoTanks Circular City Wien 2020-2030 (DTCC30) wurde das Projekt "Urban Living Lab Zirkuläres Bauen Wien" als Teil des Transformationsprozesses zur Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft im Bauwesen initiiert. Das Projekt verbindet Theorie und Praxis, indem verschiedene Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung gemeinsam an Lösungen und Fragestellungen zum zirkulären Bauen arbeiten. Der offizielle Start des Projekts erfolgte mit dem Kick-Off am 19. Juni 2024. Das Projekt läuft bis Ende 2025 und wird aus Mitteln des internen Innovationsmanagements der Stadt Wien, abgewickelt durch die Abteilung Wirtschaft, Arbeit und Statistik (MA 23), finanziell unterstützt.
Mehr Informationen zum Projekt
Klimaforscher Schellnhuber fordert Ressourcenwende
Bei der klimaaktiv Jahreskonferenz am 10. Juni 2024 hielt der deutsche Klimaforscher Joachim Schellnhuber eine Keynote, in der er auf die Bedeutung der Materialströme im Umgang mit der Klimakrise hinwies. Neben der Energie- und Mobilitätswende fordert er auch explizit eine Ressourcenwende. Bernadette Luger gab in der Session “klimaaktiv Gebäude - Ressourcenwende!“ einen Input zu Bewertungskriterien für das zirkuläre Bauen und diskutierte im Anschluss mit den Teilnehmer*innen über Hebel zur Umsetzung.
Video: "Klimaaktiv Konferenz 2024 - 20 Jahre klimaaktiv: Mittendrin in der Energie- und Mobilitätswende" (Dauer: 30 Minuten, Beginn bei Minute 15).
Beitrag zur Zukunft des Bauens
Im Format "KLIMAHELDINNEN" von Puls4 spricht Bernadette Luger über die Zukunft des Bauens und die Notwendigkeit von Kreislaufwirtschaft sowie Ressourcenschonung.
Video: "KLIMAHELDINNEN - Gebäude kreislauffähig gestalten" (Dauer: 5 Minuten)
Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen wird rechtlich verankert
Die Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) sind die Grundlage für einheitliche bautechnische Anforderungen in den Bauordnungen der Bundesländer. Mit dem Beschluss zur Ausarbeitung einer Richtlinie "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" und des dazugehörigen Grundlagendokuments wurde im Mai 2023 die OIB-Richtlinie 7 auf den Weg gebracht.
Fach-Enquete "Zirkuläres Wien!"
Am 3. Juni 2022 fand im Rathaus die Fach-Enquete "Zirkuläres Wien!" statt. Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen nahmen an der Veranstaltung zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen teil und setzten in ihren Vorträgen wichtige Impulse zu den Notwendigkeiten eines Systemwandels, den Mechanismen des zirkulären Bauens und der Qualitäten von kreislauffähigen Baustoffen und Materialien. In anschließenden Workshops wurde an der Entwicklung einer gemeinsamen Vision für ein zirkuläres Wien gearbeitet.
Das Booklet Zirkuläres Wien! bietet eine Rückschau zur Veranstaltung.
Video: "Zirkuläres Wien! - Kreislaufwirtschaft im Bauwesen" (Dauer: 3 Minuten)
VIE.CYCLE: Wir sind online
Warum müssen wir das Bauwesen kreislauffähig gestalten (Hintergrund)? Wie setzen wir das um (Programm DTCC30) und was muss wann getan werden, um das Thema "auf den Boden" zu bringen (Prozess)? Mit wem sind wir im Austausch und wer treibt das Thema mit uns voran (Netzwerk)? Auf welches Know-how kann bereits zurückgegriffen werden (Wissensspeicher) und wo wird das Thema unter anderem bearbeitet (Urban Living Lab)? Und, wer ist eigentlich "wir"?
Die Antworten auf all diese Fragen finden Sie auf diesen Seiten.